Leitlinien und Notfallplan

Auf dieser Seite finden sich die Leitlinien für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Sie können in der Geschäftsstelle des Kinder- und Jugendwerks Süd als gedruckte Ausgabe bestellt werden (kjwsued@emk-jugend.de, Tel. 0711 860068-1). Außerdem bieten wir sie als PDF-Download an.

 

Zusätzlich ist ein Notfallplan für konkrete Fälle erhältlich. Auch diesen gibt es als gedruckte Ausgabe und als PDF-Download.

 

 


Vorwort zu den Leitlinien

Mit dieser Arbeitshilfe legen die Kinder- und Jugendwerke der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland Leitlinien vor, die helfen sollen, den Themen „Gewalt“ und „sexueller Missbrauch“ in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen angemessen zu begegnen. Anstoß für diese Leitlinien ist die Erfahrung von sexueller Gewalt auch im Bereich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in unserer Kirche.
Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema wurde im Jahr 2009 durch die Einführung des Verhaltenskodex‘ für ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen angestoßen und in den darauffolgenden Jahren durch zwei Klausurtagungen vorangetrieben, auf denen den Teilnehmenden die Wichtigkeit des Themas und die Notwendigkeit der Herausgabe von Orientierungshilfen deutlich wurde. So haben sich viele haupt- und ehrenamtliche Autoren und Autorinnen gefunden, die an der Erstellung des vorliegenden Textes mitgewirkt haben. Sie alle sind am Ende dieser Arbeitshilfe namentlich benannt. Neben den Leitlinien ist auch ein Notfallplan entstanden, der für akute Fälle von Gewaltanwendung und Kindesmisshandlung Hilfe an die Hand gibt. Dieser Notfallplan kann gesondert bezogen werden.

Wir wissen um die Gefährdungen, denen Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft ausgesetzt sind. Wir nehmen Gewalt in Familien wahr, die durch Auflösung von Familienstrukturen und Überforderung der Erwachsenen in der Begleitung ihrer Kinder begünstigt wird. Kinder und Jugendliche kommen zu uns. Sie suchen nach Orten der Geborgenheit und nach Menschen, die verlässlich sind. Das sind hohe Anforderungen, denen wir oft nicht gerecht werden können. Neben der Fürsorge für die Kinder und Jugendlichen sind wir aufgefordert, denen entgegen zu treten, die unsere Gruppen für ihre eigenen sexuellen Wünsche missbrauchen. Auch diese Forderung macht uns oft Mühe, vor allem wenn es Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen betrifft, die sich in der Arbeit bewährt haben. Des weiteren sind hier auch die Gefährdungen durch den freien Zugang zu Medien zu nennen, in denen Gewalt verherrlicht wird, in denen Sexualität ihren Wert und ihre Schönheit verliert.

Als Verantwortliche in der kirchlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wollen wir das Thema der sexuellen Gewalt auch unter biblisch-theologischen Gesichtspunkten betrachten. Gott schenkt uns Sexualität als Gabe und Aufgabe. Wir dürfen Sexualität leben und uns an ihr erfreuen. Wo diese Gabe missbraucht wird, haben wir Stellung zu beziehen und uns einzumischen. Gott spricht jedem einzelnen Menschen Wert und Würde zu. Wo diese Würde missachtet und zerstört wird, brauchen die Opfer Menschen, die sich auf ihre Seite stellen und für eine Zeit Wegbegleiter sind.

Der Text der vorliegenden Leitlinien hat vor allem zwei Motive: Zum einen wollen wir verdeutlichen, was Gewalt und sexueller Missbrauch sind, zum anderen benennen wir Handlungsstrategien, die für unsere Arbeit mit Kindern und Jugendlichen verbindlich sind. Unser Ziel ist es, Hilfestellung für betroffene Personen und Gruppen sowie für begleitende Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu geben.
Wir bitten alle Gemeinden und Werke der Evangelisch-methodistischen Kirche, dafür Sorge zu tragen, dass haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen diese Arbeitshilfe zur Kenntnis erhalten und entsprechend der Leitlinien mit Kindern und Jugendlichen umgehen.

Jörg Hammer
Leiter des Jugendwerks
der Evangelisch-methodistischen Kirche